Lessons not learned? Erfahrungsverarbeitung nach dem Ersten Weltkrieg
von Christian Wagnsonner   
Donnerstag, 13. November 2014
Vor kurzem wurde im Internet eine Fotoserie veröffentlicht, die von der Organisation Islamischer Staat stammt und einen Bagger zeigt, der eine Aufschüttung an der Grenze zwischen Syrien und dem Irak durchbricht. Der Titel – „Die Zerstörung von Sykes-Picot“ – bezog sich auf ein geheimes Abkommen, in dem sich Briten und Franzosen noch vor Ende des Krieges und vor dem Zerfall des Osmanischen Reichs mehr oder weniger den Nahen Osten untereinander aufteilten, ohne den Willen der betroffenen Bevölkerung dabei zu berücksichtigen. Die Gebiete sind längst keine Kolonien mehr, viele der damals willkürlich festgelegten Grenzen bestehen aber bis  heute, betonte Dr. Felix Schneider vom Institut für Strategie und Sicherheitspolitik der Landesverteidigungsakademie auf der achten und vorletzten Veranstaltung der Reihe „1914-Frieden-2014“ des Instituts für Religion und Frieden und des Friede-Instituts für Dialog am 11. November 2014 im Club Stephansplatz 4.
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„Verschwörungstheorien“ - Berufsethisches Fortbildungsseminar der Heeresunteroffiziersakademie 2014
von Christian Wagnsonner   
Donnerstag, 6. November 2014
„Verschwörungstheorien“ war das Thema des diesjährigen Berufsethischen Fortbildungsseminars der Heeresunteroffiziersakademie vom 4. bis 6. November 2014 in Enns.
Bei der Frage nach der Realität von behaupteten Verschwörungen sei zu beachten, dass Realität keine objektive Größe, sondern immer von der subjektiven Wahrnehmung, dem persönlichen Hintergrund mit konstituiert wird, so die Psychologin Mag. Barbara Pawlowski vom Heerespersonalamt. Das Gehirn ergänze fehlende Informationen und blende unwesentliche aus, sonst wären wir gar nicht lebensfähig. Verschwörungstheorien müssen nicht immer mit Paranoia zu tun haben, meist arbeiten sie aber sehr geschickt mit dem menschlichen Bedürfnis nach Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit der Welt, mit Angst und Furcht sowie dem Zusammenhalt innerhalb einer Gruppe, der durch eine gemeinsame Bedrohung oder eine gemeinsame Erkenntnis verstärkt wird.
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Enquete 2014 – Kirche und Religionsgemeinschaften im Ersten Weltkrieg
von Christian Wagnsonner   
Montag, 20. Oktober 2014
Im Gedenkjahr 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs stellte die diesjährige Enquete des Instituts für Religion und Frieden die Frage nach der Rolle der Katholischen Kirche sowie anderer Konfessionen und Religionsgemeinschaften im Ersten Weltkrieg.
Auf Einladung von Militärbischof Mag. Christian Werner und Institutsleiter Bischofsvikar Dr. Werner Freistetter nahmen Vertreter der Militärseelsorge aus 14 Ländern an der Veranstaltung teil, darunter Militärerzbischof Santo Marciano (Italien), Militärbischof František Rábek (Slowakei) und Weihbischof Frank Richard Spencer (USA).
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Kriegsopfer – religiöses Opfer: Spuren archaischer Religiosität?
von Christian Wagnsonner   
Donnerstag, 9. Oktober 2014

Am 30. September 2014 fand im Wiener Jakob-Kern-Haus der Studientag „Kriegsopfer – religiöses Opfer: Spuren archaischer Religiosität?“ statt. Veranstalter waren das Institut für Religion und Frieden, das Friede-Institut für Dialog, das Forum für Weltreligionen und die Journalists and Writers Foundation.

Petrus Bsteh vom Forum für Weltreligionen wies darauf hin, dass das Phänomen des Opfers in fast allen Religionen und Kulturen eine Rolle spielte. Ein Begriff für „Opfer“ (ebenso wie für „Mensch“) tauchte in der Religionsgeschichte der Menschheit allerdings erst sehr spät auf. Das Opfer gründet im Urphänomen der Begegnung, in der Beziehung zu einem Gegenüber und der Frage, wie man sie konkret gestaltet. Wesentliche Elemente sind die Hingabe des gesamten Lebens, das den Menschen verwandelnde Feuer und das Mahl. Äußerliche oder pervertierte Formen des institutionellen Opferbetriebs, die ungerechte Zustände in der Gesellschaft zememtieren, werden v.a. in den prophetischen Schriften radikal kritisiert. Für Christen ist der Begriff des Opfers wesentlich mit der Gestalt Jesu von Nazareth verbunden, der Gott durch seine Verkündigung und sein Leben verherrlichte. Menschlich gesehen scheiterte er. Weil er dieses Scheitern aber annahm und ertrug, konnte Gott dieses Opfer annehmen, das Trennendes eint. Christliches Leben bedeutet, Jesus nachzufolgen und an seinem Opfer, seiner Hingabe teilzuhaben, deren Höhepunkt die Feindesliebe ist.

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