Als die 1998 eingerichtete World Commission on the Ethics of Scientific Knowledge and Technology (COMEST), ein beratendes Gremium der UN-Organisation UNESCO, eine Ethik des Weltraums („Ethics of Outer Space“) als einen ihrer Arbeitsbereiche festlegte, betrat sie damit ein noch weitgehend unbearbeitetes Feld. Es gab keine Ethikspezialisten für diesen Fachbereich, auf die man hätte zurückgreifen können.[1] Auf einen Vorschlag von Antonio Rodotá, dem Generaldirektor der europäischen Weltraumbehörde (ESA), hin wurde 1998 von COMEST eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema eingerichtet.
Am 16. September 2007 erschossen Mitarbeiter der privaten Militär- und Sicherheitsfirma Blackwater, die gerade in einem Konvoi einen belebten Platz in Bagdad überquerten, 17 Zivilpersonen – kurz nachdem in der Nähe ein Bombenanschlag verübt worden war. Eine Untersuchung des FBI kam zu dem Schluss, dass die Täter zumindest in 14 Fällen zu den Schüssen nicht provoziert worden waren.[1] Die Folgen waren weitreichend:
Zentrale Aufgabe dieses Artikels ist es, nach der möglichen Rolle von Religion für das Verständnis einiger militärethischer Grundbegriffe zu fragen. Er wird sich dabei in zweifacher Hinsicht beschränken: erstens inhaltlich auf die Begriffe Hoffnung – Moral – Autorität, zweitens auf die christlich-biblische Sicht.
Moralische Werte sind Ziele und Wegmarken, an denen Menschen sich in ihren moralischen Entscheidungen orientieren. Menschen haben Werte aber nie nur für sich allein. Viele Werte vertreten sie gemeinsam mit anderen, sie übernehmen sie von anderen und geben sie anderen weiter. Damit menschliches Zusammenleben funktioniert, bedarf es eines beziehungsreichen Zusammenspiels gemeinsamer und individuell gelebter Werte. Da die konkrete Ausprägung von Werthaltungen mit der persönlichen und der jeweils gemeinsamen Geschichte eng verbunden ist, können nicht alle Menschen dieselben Werte haben. Sie können sich aber über diese Werte verständigen und gemeinsame Grundlagen finden.
Um zu verstehen, warum religiös motivierte Gewalt gerade im Christentum so anstößig ist, ist es notwendig, auf die Grundlagen, die Botschaft Jesu und das Selbstverständnis der ersten Christen, zurückzugehen.
Jesus sah es als seine zentrale Aufgabe an, das Volk Israel wieder an seine eigentliche Bestimmung zu erinnern: Die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen, die Israel seit dem Anfang seiner Existenz erfahren hat (Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten!), soll sich im gerechten und liebevollen Umgang miteinander und in der Überwindung zwischenmenschlicher Gewalt zeigen.