Gespräch mit Oberst Reinhard Drazenowitsch, geführt am 12.3.2007.
IRF: Was tun Spezialtruppen eigentlich besonderes? Was unterscheidet den Jagdkampf von einem normalen Gefecht, vor allem auch in ethischer Hinsicht?
RD: Spezialtruppen werden zur Lösung von „besonderen Aufgabenstellungen" eingesetzt, das können spezielle Aufklärungsaufgaben bis hin zu Geisel- oder Gefangenenbefreiungsaktionen sein. Dies setzt eben besondere Ausbildung, Ausrüstung sowie Gliederung voraus und impliziert auch jene gefestigte Haltung des Einzelnen, die notwendig ist, um auch in besonderen Situationen „bestehen" zu können – unter anderem vor sich selbst und nicht nur in rechtlicher Hinsicht. Den angesprochenen Unterschied macht die „Unmittelbarkeit" der Auswirkung der besonderen Aufgabenstellung aus – vor allem in der Selbstwahrnehmung als Person aber auch in der Tragweite der Folgen des Einsatzes funktional gesehen. Streng genommen wäre keine Unterscheidung ansprechbar – denn Gewaltanwendung findet in beiden Fällen statt. Diese Fragestellung würde ich dem Bereich der Verantwortungsethik zuordnen und somit auf die Einstellung der Person auf die für ihn abschätzbaren Folgen seiner Handlung rückgeführt, verstanden wissen.
Radio Stephansdom, Gespräch mit dem Leiter des Instituts für Religion und Frieden, Msgr. Werner Freistetter, über das Thema des Tages vom 10. 3. 2003 "Gibt es den gerechten Krieg?